Die Presse zieht mit: Reaktionen einiger Kollegen auf unsere Enthüllungen

Spoilerwarnung! Nur lesen, wenn man "Pandora" bereits beendet hat! 



»Beispiellose Enthüllungen der Wächter Pandoras! Von heute an werden wir nicht nur die Technik und ihre möglichen Gefahren, sondern die ganze moderne Welt mit anderen Augen sehen!«
Stefan, August - Zeitgeist Online

»Man kann nur fassungslos den Kopf schütteln über das Ausmaß der Schmach, die sich gerade vor unser aller Augen entfaltet. Kinder wurden aus blanker Profitgier in den Krieg geschickt und sind dort gestorben. Ich selbst habe meinen SmartPort abgeschaltet. Es ist unerträglich.«
Mareile Servati, Im Spiegelbild

»NeuroLink bietet für die nächsten drei Monate einen besonderen Service an: Die Kunden von werbefinanzierten SmartPorts können sich ihr Gerät entweder kostenlos entfernen lassen oder sich für ein günstiges Upgrade auf die Premiumversion entscheiden. „Wir werden sicherstellen, dass eine Manipulation der Geräte in Zukunft unmöglich ist. Aber wir verstehen natürlich die Ängste und Nöte unserer Kunden und bieten deshalb die beiden Optionen an“, so der Pressesprecher der NeuroLink AG. Eines steht fest: Meine Kinder und ich werden die Ersten sein, die sich in die Schlange stellen, um sich die Ports entfernen zu lassen.«
Lara Stern, Ostdeutsche Zeitung

»Beispiellose Rücktrittswelle überschwemmt den Bundestag. Das Kabinett übernimmt Verantwortung und wirft geschlossen das Handtuch.«
Deutscher Draht

»Ermittlungen gegen Sascha Stubenrauch und Marek von Rissen eingestellt. Das BKA ermittelt nun in den eigenen Reihen!«

Berliner Anzeiger

Die dunkle Seite der Macht: Im Hades von NeuroLink

Spoilerwarnung!!! Nur lesen, wenn man "Pandora" bereit s beendet hat!!! 

Ihr habt sicher in den letzten Tagen die rührende Geschichte der beiden Mädchen gelesen, die von der Presse „Das doppelte Lottchen vom Grunewald“ genannt wurden. Auf die familiäre Geschichte der Zwillinge möchte ich gar nicht näher eingehen, da kann sich die Boulevardpresse von mir aus so viel in Spekulationen verstricken wie sie will. Die Familie wird irgendwann selbst entscheiden, ob und wie viel sie preisgeben will.
Ich möchte mein und euer Augenmerk auf das Verbrechen lenken, das in den vergangenen Tagen an Sophie und Elisabeth verübt wurde.
Die Geschichte, die Polizei und Presse die letzten Stunden nicht müde werden, zu erzählen, geht so: Die beiden Mädchen wurden entführt, weil die Täter um den berühmten Hacker Brother Zero herum vom Vater eines der Mädchen Lösegeld erpressen wollten. Nämlich vom allseits geschätzten und stinkreichen Leopold Karweiler. Ich gebe zu, das passt ganz wunderbar zusammen. Zum Glück kam die Polizei und hat die Mädchen aus den Klauen der Erpresser befreit und dabei praktischerweise leider den Kopf der Bande erschossen.

Ich bitte euch, einen Moment inne zu halten und nachzudenken. Ein berühmter Hacker entführt also aus Geldnot zwei Mädchen, um sie auf dem Gelände der BBI-Brache gefangen zu halten und dann auf schnöde Art und Weise von den Eltern Geld zu erpressen. Kommt euch das nicht ein bisschen eigenartig vor? Hätte ein Meisterhacker nicht andere Mittel und Wege, an Geld zu gelangen, als sich selbst die Finger schmutzig zu machen? Nur eine Bemerkung am Rande: Brother Zero war genial, einer der allerbesten.
Also? Genau: Die Sache stinkt.

Wie es der Zufall will, kann ich euch die wahre Geschichte der Entführung erzählen, denn ich war selbst dabei. Der Grund, warum die Mädchen in Gefangenschaft gerieten, war schlicht der, dass sie einem dunklen, durch und durch verbrecherischen System auf die Schliche gekommen sind. Und seinem wahren Kopf, einem Verbrecher, der sich selbst „der Sandmann“ nennt und nachts böse Träume in die Betten all jener bringt, die einen werbefinanzierten SmartPort tragen und dem Anforderungsprofil entsprechen.
»Welches Anforderungsprofil?«, fragt ihr euch jetzt sicher.
Nun, das kommt ganz darauf an, was bestellt wurde. Wählerstimmen, Demonstranten, Probanden für medizinisch fragwürdige Medikamententests, Bewerber für einen bestimmten Berufszweig oder sogar Freiwillige für einen völlig sinnlos gewordenen Krieg.
Während NeuroLink die Träume ihrer Kunden mit Werbefilmen für Waschmittel, Ohrenstöpsel oder Abflussreiniger zumüllt, sähen die Träume des Sandmannes ganz andere Wünsche, Ängste und Vorstellungen.
Organisiert wurde das alles von Mittels- und Kontaktmännern der NeuroLink AG selbst. Zwischen der Zentrale im Norden der Stadt und der BBI-Brache herrschte ein reger Datenaustausch. Der Konzern und der Sandmann haben sich den Markt einfach aufgeteilt: in eine legale und eine illegale Kuchenhälfte.
Natürlich behauptet die Konzernleitung nun, von dem dunklen Treiben nicht das Geringste gewusst zu haben, eine absolut absurde Vorstellung. Der Autor dieses Artikels vermutet aber, dass die hinter der gesamten Schweinerei stehenden Strukturen niemals vollständig enthüllt werden. Köpfe werden rollen, doch die Medusa NeuroLink wird vermutlich weiterleben.

Woher ich das alles weiß, fragt ihr euch? Das kann ich gerne erklären: Ich war vor Ort. Auch ich war Gefangener des Sandmannes. Man könnte behaupten, ich war nicht ganz unschuldig daran, dass die beiden jungen Frauen ihm auf die Schliche kamen.
Und in einer weiteren Sache irrt die Boulevardpresse gewaltig: Elisabeth und Sophie gelang es völlig aus eigener Kraft, sich aus ihrer Zelle zu befreien und sowohl mich als auch meinen Freund und Chefredakteur dieses Blogs, Marek van Rissen, ebenfalls zu retten. Ein von mir abgesetzter Notruf führte lediglich dazu, dass uns der geschätzte Freund und Helfer von dem Gelände der BBI-Brache holte.
Diesem Freund und Helfer wäre es nun allerdings viel lieber, ich würde diesen Artikel gar nicht schreiben oder gar veröffentlichen. Um dies sicherzustellen, werden Marek und ich nirgendwo erwähnt und ich gehe stark davon aus, dass in dieser Minute Pläne entstehen, Marek und mich noch in das posthum entstehende Verbrecherteam rund um Brother Zero zu rekrutieren. Doch das kann ich leider nicht zulassen.
Nicht nur, weil dann die Welt nicht erfahren würde, welche Schweinereien mithilfe der SmartPorts und einer Reihe ekliger Seilschaften ausgeführt wurden. Sondern auch, weil ein geschätzter Freund von mir sein Leben gelassen hat, um Sophie, Elisabeth, Marek und mir bei unserer Flucht zu helfen. Und er hat noch so viel mehr getan als das: Er hat mir die Beweise für all die Ungeheuerlichkeiten geliefert, die ich gerade vor euch ausgebreitet habe. Er ist gestorben, damit alle Welt die Wahrheit erfährt.
Brother Zero war keineswegs ein Verbrecher – ich selbst würde mich nicht scheuen, ihn als Helden zu bezeichnen.
Dank ihm habe ich mein Leben und die Beweise. Sie liegen an einem sicheren Ort, und nicht nur das. Ich habe alle wichtigen Redaktionen des Landes mit Kopien des Materials versorgt und auch die Mitarbeiter von DataLeaks haben eine Kopie erhalten.
Ich möchte noch nicht allzu viel verraten, doch ich würde dem Innenminister dringend ans Herz legen, seinen Schreibtisch aufzuräumen. Spätestens morgen dürfte er diesen nämlich los sein.
Und jetzt lehnt euch zurück und genießt die Show!
Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen: Raus aus meinem Kopf!


Watchdog Sash.

Seeker verkauft großes Datenpaket an Krankenversicherungen



Habt ihr in den vergangenen Wochen auch unangenehme Post von eurer Krankenkasse erhalten, die euch über eine saftige Erhöhung eurer Beiträge informierte?
Falls ja, dann habt ihr in letzter Zeit vielleicht einmal zu oft im Netz Schmerztabletten bestellt oder „Hausmittel gegen Rückenschmerzen“ bei Seeker eingegeben. Wie uns eine anonyme Quelle des Unternehmens bestätigte, hat Seeker ein riesiges Paket mit gesundheitsspezifischen Suchanfragen und dazugehörigen Nutzerdaten an die Krankenversicherer verkauft. Tja, und die Unsummen, die von den Kassen hierfür ausgegeben wurden, müssen sie jetzt mit unserer Hilfe wieder rein holen, ist ja klar. Geht schließlich nicht an, dass Menschen, die krankenversichert sind, tatsächlich mal krank werden!
Ihr könnt also sicher sein, dass euer Genitalpilz spätestens jetzt kein Geheimnis mehr ist. Wir empfehlen euch dringend (und auch nicht zum ersten Mal), eine alternative Suchmaschine zu verwenden. 
Und nicht vergessen: Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ihren Arzt oder Pandoras Wächter.

Raus aus meinem Kopf!
Watchdog Melville

Neurolink und der Neurochip – Nun bestätigt sich unser Verdacht

Seit Wochen geistert durch die Presse, was nun Gewissheit ist. NeuroLink bringt mit dem SmartPort den ersten implantierbairen Internetchip auf den Markt. Die Datenübertragung erfolgt drahtlos, die Steuerung über Sprache und ein Tippen an die Schläfe. 
Nun lassen sich also Menschen reihenweise Chips eines milliardenschweren Monopolkonzerns einsetzen, welcher auf diese Weise und völlig gratis Zugang zum Surf- und Bewegungsverhalten der Kunden erhält. Und an die Verbindung von NeuroLink und BBallistic will ich schon gar nicht denken. 
Der größte Witz an der Geschichte: Die Dinger kosten ein Vermögen. 

Klar, lauft nur, Ihr Schafe! Klingt ja alles so umwerfend, genial und modern. Und dann seid Ihr offizielle Cyborgs, wie aufregend! 

Mal ganz ehrlich: Wie blöd kann man sein? 

Die Wächter sind sich einig: Uns kommt sowas nicht ins Haus – pardon: unter die Haut. 

Wir sehen uns angesichts dieser Entwicklung sogar gezwungen, uns von dem bisherigen »Dein Leben gehört Dir«-Claim zu verabschieden. 

Von heute an heißt es: raus aus meinem Kopf!

Euer (ziemlich schockierter) Watchdog Sash 

Wendy Watchdog ist tot – das Team trauert um seine Kollegin

Sie war die beste von uns. 
Wie wir heute Morgen erfahren mussten, ist Wendy Watchdog gestern Abend gestorben. Bitte habt Verständnis, dass wir hier keine Einzelheiten zu ihrem Tod verraten können. Es wäre der Familie gegenüber nicht richtig. Außerdem bleiben alle Wächter so anonym wie möglich – das gilt für das Leben und den Tod.
Wir sind tieftraurig. 

Vom Wert menschlicher Geheimnisse

Erinnert Ihr Euch noch an Euer allererstes Geheimnis? 
Habt Ihr es versteckt, damit niemand es findet? Es mit klopfendem Herzen einem Freund oder einer Freundin erzählt? 

Vielleicht war es ein Schatz, vielleicht eine Liebe, die nicht sein durfte. Vielleicht aber auch eine Lüge oder Missetat. 

Es gibt den Ausdruck »Ein Geheimnis hüten« nicht ohne Grund. Man hütet nur, was wertvoll ist. 

Versteht mich nicht falsch, ich bin Verfechterin der Wahrheit und zerre schmutzige Unternehmensgeheimnisse nur allzu gerne ans Licht. Die meine ich auch gar nicht. Ich meine persönliche, private Geheimnisse. Dinge, die man früher in eine Kiste gesteckt, in ein Tagebuch geschrieben oder seiner besten Freundin ins Ohr geflüstert hat. 

Und wo sind sie jetzt? In einer verschlüsselten Cloud? Einem anonymen Blog vielleicht oder in einer der vielen Tagebuch-Apps? Im Chatfenster der besten Freundin? 

Es sollte Allgemeinwissen sein, aber vorsichtshalber sage ich hier nochmal und mit Nachdruck: DAS INTERNET VERGISST NICHT. Alles, was Ihr online stellt, bleibt online. Für meine Kollegen ist es ein Leichtes, das Nacktfoto wieder herzustellen, das jemand seiner heimlichen Affäre per Chat geschickt hat. Kinderspiel, ehrlich. Wir tun es aber nicht, weil wir über eine moralische Verpflichtung verfügen. 
Pandoras Wächter haben einen Ehrenkodex. 
Viele andere Menschen haben das nicht. 

Sie lassen Eure Geheimnisse nur in Frieden, weil ihr nicht wichtig genug und Eure Geheimnisse somit nicht nützlich sind. 

Doch was passiert, wenn sich das ändert? 

Zettel und Papier sind gar nicht so unpraktisch, wie viele heutzutage denken. Ich mache jetzt den Rechner aus, nehme ein Blatt Papier zur Hand und schreibe dort mein allererstes Geheimnis drauf. Dann verbrenne ich das Blatt und sehe zu, wie die einzelnen Fetzen vom Wind weggetragen werden. 

Hütet Eure Geheimnisse. Sie machen Euch zu dem, was Ihr seid! 

Dein Leben gehört Dir. Watchdog Wendy

Schattenseiten eines Sunnyboys: Die dunklen Machenschaften von NeuroLink-Chef Harald Winter

So! Und jetzt zu ihm: Harald Winter. 
Er sieht so harmlos aus mit seiner Pünktchenkrawatte und der Nickelbrille, nicht wahr? Könnte auch mein Nachbar sein, denken sich manche. Oder mein Schwager. 

Doch wer sich Winter mal genauer ansieht, kommt aus dem Stirnrunzeln nicht mehr heraus. Was hat er eigentlich gemacht, BEVOR er NeuroLink gegründet hat? 

Er stammt aus reichen Verhältnissen, in der Familie Winter steckt noch Geld aus den Blütezeiten des Ruhrgebiets. Der Großvater hatte eine Stahlfirma. Sehr nützlich, vor allem im Krieg. Ich muss das nicht ausführen, oder? 

Der Enkel wurde dann zum Studieren in die USA geschickt und hat dort seine Pflicht übererfüllt. Jura, Wirtschaft und Physik – dumm ist der Mann nicht, das muss man ihm lassen. Alles noch nicht verwerflich, ich weiß. 

Doch jetzt geht es los. In den USA saß Winter 3 Mal in Haft. Wegen Drogenbesitzes, schwerer Körperverletzung und brutaler Vergewaltigung. Ja, ganz recht: Der nette Mann mit der Brille kann auch anders. Und er hat früh gelernt, dass hochbezahlte Anwälte einen überall raushauen können, wenn es nötig ist. Daddy sei Dank. 

Nach seinem Studium hat er mehrere Praktika bei den ganz Großen im Silicon Valley absolviert – ich kann mir schon  denken, was er da gemacht hat. Fast alle Unternehmen, die er als Praktikant besucht hat, hat Winter mit NeuroLink später geschluckt. Offenbar hat er es schon damals mit der Geheimhaltung nicht ganz so genau genommen. 

Um dem ganzen die Krone aufzusetzen: er ist Schwiegervater des amtierenden Verteidigungsministers, Vater des CEO von BBallistics, spielt mit dem Bundeskanzler 2x die Woche Golf und pflegt weitere Kontakte in den höchsten Kreisen. 
Von einer gut unterrichteten Quelle weiß ich, dass er mehrere Detektive beschäftigt, die nur dazu da sind, ihm schmutzige Details aus dem Finanz- und Privatleben der einflussreichsten Persönlichkeiten zu liefern – nur zur Sicherheit, versteht sich von selbst. 

Sollte er Euch also auf der Straße begegnen, Euch anlächeln oder gar einen Apfel anbieten: Macht einen Riesenbogen um den Mann! 

Dein Leben gehört Dir! Watchdog Wendy