»Wie weit darf Fortschritt gehen? – Besorgte Gedanken einer jungen Mutter

Hallo an alle,

es tut gut, wieder zurück zu sein! Wie Ihr mitbekommen habt, hat Wendy Watchdog jetzt Welpen :) Ein zuckersüßes Zwillingspaar ist nun auf der Welt und hat mein Herz im Sturm erobert. Aber tatsächlich verändert so eine Geburt den Fokus – ich sehe nun alles mit Mutteraugen. Früher hätte ich das nicht für möglich gehalten, doch es ist wahr!
Ich habe Kinder in eine sich rasant verändernde Welt gesetzt. Als ich geboren wurde, gab es nicht einmal Handys und heute tippe ich auf einem längst wieder veralteten iPhone 8s herum, das mir sagen kann, wo ich bin, wo ich hinmuss, was ich gegessen habe und was ich essen sollte. Es gibt Implantate, die Passwörter speichern, Microchips, die auf Knopfdruck töten können – von den Kreditkarten, die über W-LAN funktionieren, Vorratsdatenspeicherung und Abhörskandalen gar nicht anzufangen.
Ich frage mich: Warum schreit hier keiner »Stopp! Das geht zu weit!«?
Weil es so ultrabequem und schick ist, mit der Zeit zu gehen? Weil es alle machen? Weil wir ohnehin nichts zu verbergen haben?
Ich denke oft an den Spruch mit dem Frosch im Wasser – kennt Ihr ihn? »Setzt man einen Frosch in heißes Wasser, hüpft er sofort wieder heraus. Setzt man ihn aber in kaltes Wasser und erhöht die Hitze langsam, bleibt er hocken, bis er gekocht ist.«

Ich kenne mich mit Fröschen nicht aus, aber die Menschen legen meiner Meinung nach genau dieses Verhalten an den Tag. Um uns herum braut sich so viel Unheimliches zusammen. Bald schon wird es möglich sein, per Technologie auf unser Verhalten Einfluss zu nehmen, vielleicht unsere Gedanken und Gefühle zu manipulieren. Die totale Durchleuchtung war nur der erste Schritt. Der zweite Schritt wird Kontrolle sein.

Dann sehe ich meine Mädchen an und frage mich, wie ich sie davor nur schützen soll. Ich habe nicht die leiseste Ahnung. Denn alleine bin ich nichts. Meine Stimme verhallt, meine Bedenken werden belächelt. Es muss ein kollektives Umdenken stattfinden. Die Gesellschaft muss sich gegen den Fortschritt stellen, ihn bremsen – sonst wird er uns überrollen und nicht viel von der freiheitlich demokratischen Gesellschaft übrig lassen, die einst Europa war.

Sorry für die Düsternis, aber das musste raus.

Dein Leben gehört Dir!

Eure Wendy